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Anonymisierter Mandanten-Case

BESS-Cluster für Industrie- und Filialstandorte

Wie ein mittelständisches Unternehmen mit verteilten Standorten durch Cluster-Bildung kleinerer Speicher die FCR-Mindestlosgröße von 1 MW erreicht und gleichzeitig Lastspitzen am jeweiligen Werksanschluss reduziert.

Mandant und Ausgangslage

Privater Mittelständler mit 8 verteilten Standorten in Deutschland (Industrie / Filialnetz / Logistik — anonymisiert). Pro Standort Netzanschlüsse 250-630 kW, PV-Eigenerzeugung 80-300 kWp. Problem: Einzelne Standorte sind zu klein für eigenständige Regelleistungs-Vermarktung (FCR-Mindestlos 1 MW). Lastspitzen variieren je Standort, Netzentgeltkosten lagen zwischen 8-25 kEUR/a pro Standort. Bisher reine Eigenverbrauchsoptimierung, kein Marktzugang.

Auslegung BESS-Cluster

Speicher pro Standort

150-300 kW

Kapazität pro Standort

300-600 kWh

Cluster gesamt

≥ 1,2 MW / 2,4 MWh

Technologie

LFP, IP55

Pro Standort 150-300 kW Speicher, ausgelegt auf den lokalen Lastspitzen-Bedarf. Aggregation über zentrales EMS und Pool-Vermarkter zu einem virtuellen 1,2+ MW Cluster. Vorteil gegenüber Einzel-Großspeicher: kleinere CAPEX pro Einheit, § 7g EStG-fähige Größen pro Gesellschaft, dezentrale Resilienz, kein einzelner Netzanschluss-Engpass.

Multi-Use-Vermarktung im Cluster

FCR-Pool-Vermarktung

~50 EUR/MWh

Aggregation aller Standorte zur Mindestlosgröße 1 MW. Pool-Vermarkter übernimmt Bid-Strategie.

Peak Shaving je Standort

8-25 kEUR/Jahr/Standort

Lokale Lastspitzen-Reduktion am Werksanschluss (StromNEV § 19).

Eigenverbrauchsoptimierung

~30 EUR/MWh

Zwischenspeicherung PV-Überschuss pro Standort.

Intraday-Arbitrage selektiv

saisonal

EPEX SPOT bei hohen Spreads, koordiniert über zentrales EMS.

Steuerliche Optimierung — Cluster-Vorteil

  • § 7g EStG IAB pro Standort/Gesellschaft separat nutzbar (Profit-Cap 200.000 EUR je Einheit) — Cluster maximiert IAB-Volumen gegenüber Einzel-Großspeicher.
  • Sonder-AfA 40 % je Standort im Anschaffungsjahr plus vier Folgejahre.
  • Stromsteuerbefreiung je Standort: Anmeldung beim Hauptzollamt.
  • Bei 8 Standorten und je 80-150k EUR Invest: Gesamt-Steuerschild Größenordnung 250-400k EUR über 5 Jahre.

Ergebnis

  • Cluster aus 8 Speichern mit virtueller Gesamtleistung 1,2 MW erfolgreich am FCR-Markt platziert.
  • Peak Shaving pro Standort 8-25 kEUR/Jahr, Cluster-Summe ~120 kEUR/Jahr.
  • Mischerlös FCR + Peak Shaving + Eigenverbrauch konsolidiert ~80 EUR/MWh.
  • Amortisation projektiert ≤ 7 Jahre durch Aggregation steuerlicher Vorteile.
  • Skalierungs-Potenzial: weitere Standorte können nahtlos in den bestehenden Pool aufgenommen werden.

Risiken und Sensitivitäten

  • Pool-Vermarkter-Abhängigkeit: Vertragsklauseln zu Mehrerlös-Verteilung, Ausstiegsoptionen.
  • Kommunikations-Infrastruktur: stabile Anbindung aller Standorte ans zentrale EMS (4G/Glasfaser-Redundanz empfohlen).
  • Marktdesign-Risiko: ÜNB-Anpassungen am FCR-Markt möglich.
  • Standort-Disparität: Lastprofile, PV-Verhältnis und Netzentgelt-Strukturen variieren pro Standort — individuelle Auslegung statt einheitlicher Hardware empfohlen.